Zweite Halbzeit fast „zu Null“

ACL-Ringer siegten nach 6:11-Pausenrückstand noch mit 20:11 beim ASV Neumarkt

Die Wiedergutmachung ist ein Stück weit geglückt! Eine Woche nach der enttäuschenden 9:15-Heimniederlage im Bayernliga-Titelkampf gegen den designierten Meister ASV Au/Hallertau kehrten die Ringer des AC Lichtenfels mit einem 20:11 beim ASV Neumarkt in die Erfolgsspur zurück.

Es war ein Duell der grundverschiedenen Halbzeiten. Denn nach fünf der zehn Einzelduelle lagen die Einheimischen mit 11:6 in Front. Doch im Anschluss gelangen ihnen gerade mal noch zwei Wertungspunkte. „Das war einwandfrei und hat wirklich gepasst so“, lautete daher das Lob von ACL-Trainer Ali Hadidi für seine Männer.

Beide Staffeln hatten mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen, wobei die Neumarkter unter anderem mit dem Doppelausfall ihres starken 75 Kilo-Gespanns Achim Thumshirn/Michael Schmid sicher stärker gehandicapt waren als die AC-ler durch das Fehlen von Leon Raps.

So gab es auf der Matte auch nur acht ausgetragene Gefechte. In der 57 Kilo-griechisch-Klasse zeigte Mario Petrov (ACL) einmal mehr sein Kämpferherz, aber auch seine Unerfahrenheit. Schön, wie er seinen anfänglichen 0:4-Rückstand egalisierte; weniger schön, dass er gleich darauf nach einem Kopfzug von Leon Gerlach (ASV) geschultert wurde.

Im Gegensatz dazu tritt Christoph Meixner (ACL, 130 Kilo, Freistil) immer wieder auf wie ein ganz erfahrener Ringer, den auch 20 Kilo Gewichtsnachteil wie diesmal gegen Tobias Schmid nichts anhaben können, weil er um seine technischen wie taktischen Fähigkeiten weiß. An seinem 11:0-Punktsieg gab es daher nicht die geringsten Zweifel.

Dann waren aber kurzzeitig die Neumarkter an der Reihe: Den vier kampflosen Punkten von Robert-Ervin Bucsa (61 Kilo, Freistil) fügten sie weitere drei hinzu, weil der körperlich überlegene Christian Grasruck (ASV, 98 Kilo, griechisch) seine 12:1-Punkteführung gegen den zum Ende hin aufkommenden AC-ler Daniel Luptowicz zu verwalten wusste.

Das sicher spannendste und wohl auch vorentscheidende Duell des Abends führte in der 66 Kilo-griechisch-Kategorie Mihai Gabriel Tenea (ASV) und Venelin Venkov (ACL) zusammen. Nach ausgeglichener erster Runde warf der Lichtenfelser jedoch mehr und mehr seine ganze Routine in die Waagschale und arbeitete den einen Kopf größeren jungen Rumänen mehr und mehr auf, bis schließlich ein 9:1-Punktsieg für „Blau“ auf der Anzeigetafel stand.

Und damit war die Richtung vorgegeben für die zweiten fünf Gefechte: Christian Merkel (86 Kilo, Freistil) dominierte gegen Thomas Kreml mit 9:2 Zählern, Krum Chuchurov (66 Kilo, Freistil) hatte keinen Gegner und Tobias Schütz (86 Kilo, griechisch) musste sich in einem hitzigen Duell wie in der Vorrunde gegen Alexander Reimann zwar plagen, löste seine Aufgabe mit einem 2:0 aber durchaus souverän.

Die beiden noch deutlicheren 75 Kilo-Erfolge durch Rumen Savchev (griechisch, 15:0 gegen den Neumarkter Trainer Armin Prantl) und durch Johannes Lurz (10:0 über den chancenlosen Ale-xander Fröhlich) schraubten das Gesamtergebnis noch bis zum 20:11 nach oben.

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