Youngster Dominik Sohn der Held

Aufregende Kämpfe und knappes 16:13 des ACL gegen den TV Unterdürrbach

Das wollen die Ringerfans in Lichtenfels sehen: Abwechslungsreiche Kämpfe, ein Auf und Ab in der samstagabendlichen (Mit-)Fieberkurve und am Ende natürlich einen siegreichen ACL. Gegen das stark besetzte Bayernliga-Schlusslicht TV Unterdürrbach wurde all das geboten, inklusive eines finalen 16:13- Mannschaftserfolgs.

Angesichts der nach wie vor prekären Personalsituation mit vier ausfallenden Stammringern mussten die Verantwortlichen der Korbstädter erneut in die Aufstellungstrickkiste greifen. Heraus kam unter anderem ein Gewichtsklassentausch der beiden 66-Kilo-griechisch-Ringer Dominik Sohn und Rumen Savchev, „weil der Rumen am Ende des Tages in der höheren 75-Kilo-Klasse vielleicht ganz gut aufs Mannschaftsergebnis ringen kann“, so Trainer Ali Hadidi zu seinen taktischen Planspielen. So richtig nötig war das aber gar nicht mehr, weil ausgerechnet jener junge Dominik Sohn mit einem so nicht vorhersehbaren und grandios hohen Punktsieg zum eigentlichen Matchwinner avancierte.

Aber der Reihe nach: Die Vorteile lagen zunächst nämlich auf Gästeseite, denn nicht nur der erneut hingebungsvoll kämpfende Newcomer Mario Petrov (57 Kilo Freistil) musste sich mit 7:22 dem TVUler Nico Klüglein beugen. Kein Vorwurf aber an ihn, im Gegenteil. Wie auch die beiden „Schweren“ Sebastian Reuther (130 Kilo griechisch) beim 2:6 gegen Tunahan Cedimoglu und Christoph Meixner (98 Kilo Freistil) beim 1:4 gegen den noch unbesiegten Moldawier Ghenadie Schirca zeigten alle ACler „Ringen mit Herz und Verstand“ gegen zum Teil klar favorisierte Kontrahenten. Dabei fehlte Christoph Meixner sogar nicht viel, und er hätte seinen 1:2-Rückstand mit der letzten Kampfaktion noch siegreich gedreht.

Dass der ACL zur Pause beim Stand von 8:8 noch „voll im Geschäft“ war, lag an Venelin Venkov (61 Kilo griechisch, ohne Gegner) und an Krum Chuchurov (66 Kilo Freistil), der diesmal 74 Sekunden benötigte, um seinen chancenlosen Widersacher Marcus Bedel mit 16:0 auszupunkten.

Bis zur totalen Erschöpfung mussten sich dagegen die beiden nächsten ACler verausgaben. Während Daniel Luptowicz (86 Kilo griechisch) einen 0:6-Rückstand gegen Julian Hemmerich in der Schlussminute nur noch auf 4:6 verkürzen konnte, weil ihm einfach der Gegner und die Zeit wegliefen, zermürbte Dominik Sohn (66 Kilo griechisch) seinen acht Jahre älteren Kontrahenten Robert Recknagel förmlich. Mit 17:4 blieb der Lichtenfelser nach einem spektakulären und intensiven Duell klarer Sieger. Trainer Ali Hadidi wusste beim Zwischenstand von 11:9 exakt in diesem Moment, „dass es reichen würde.“

Gegen den Top-Mann der Gäste, den Rumänen Ion Gutu (86 Kilo Freistil) blieb ACL-Routinier Rainer Weinberger zwar mit 0:15 technisch im Hintertreffen, doch die beiden absolut zuverlässigen „75er“ Johannes Lurz (Freistil, 14:0 gegen den zunehmend hilflosen Timo Hoepstein) und Rumen Savchev (griechisch, 4:0 gegen Manuel Schlereth) brachten sozusagen „die Ernte nach Hause“, was ihr Coach angesichts der begeisterten Fans fast schon wieder gelassen zur Kenntnis nahm. „Einwandfrei!“, bilanzierte er nüchtern.

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