Versöhnlicher Abschluss mit 21:12 Sieg über Burgebrach

Ali-Hadidi-Ära endet nach über 20 Jahren
ACL-Ringer schenken ihrem scheidenden Coach ein 21:12 über Burgebrach zum Saisonausklang

Die Zeichen standen auf Abschied und auf Versöhnung beim Saisonfinale der Oberligaringer des AC Lichtenfels. Mit 21:12 wiesen sie dabei den Nachbarn TSV Burgebrach in die Schranken, der damit als Tabellenletzter wohl absteigen muss.

Versöhnt wurden die Fans und alle Ringkampffreunde mit einer Saison, die mancherorts Un-mut und Kopfschütteln hervorrief. Diesmal rangen die Athleten, befreit von ergebnistakti-schen Fesseln, drauflos und zeigten die Spannung und die Ästhetik ihres Kampfsports. Ein jeder wollte gewinnen. Das bessere Team gewann. So soll es sein. – Versöhnlich auch: Der ACL belegt nun mit 18:14 Punkten den dritten Platz.

Abschied zu nehmen galt es zudem, vom scheidenden 1. Vorsitzenden des ACL, Oliver Dürr, sowie vom ehemaligen 3. Vorsitzenden Rudi Hofmann. Und ganz besonders von Trainer Ali Hadidi: Ein großes „Danke“ prangte daher auf den Einlauf-T-Shirts der Lichtenfelser Ringer. „Danke“ sagte auch der langjährige Erfolgscoach Ali Hadidi am Hallenmikrophon, und zwar an seine sportlichen Weggefährten der vergangenen gut 20 Jahre: „Ihr habt mich stets unter-stützt und glaubt mir: Der Trainerjob ist nicht immer so einfach, wie er manchmal aussieht.“

Noch einmal im Dialog am Mattenrand mit seinen Kämpfern: ACL-Trainer Ali Hadidi (rechts, links daneben Christoph Meixner) wurde nach über 20 Jahren verabschiedet.

Und in ebendieser Rolle animierte und kritisierte der ACL-Chefcoach seine Ringer ein letztes Mal wie in all den 20 Jahren zuvor. Etwa, als sein Zögling Mario Petrov (61 Kilo) als grie-chisch-Spezialist im freien Stil nicht ganz das angemessene Defensivverhalten zeigte und mit 0:16 deutlich gegen Christopher Rippl verlor. Oder als Christoph Meixner (130 Kilo, Freistil) gegen den mehr als 30 Kilo schwereren Jens Brosowski ein paar kleine Tipps und Tricks be-nötigte, um den gewaltigen Gewichtsnachteil zu kompensieren und nach starker Leistung mit 9:3 zu gewinnen.

Überhaupt lief der Abend durchaus im Sinne des Match- bzw. Personalplans, der zum Trai-nersein im Ringen eben auch gehört. Nur Dominik Winkler (75 Kilo, griechisch, 15:0 gegen Marius Geuß) schaffte noch einen Sieg auf der Matte für die Burgebracher, denn Lucas Nein (TSV, 57 Kilo) kassierte seine
vier Mannschaftspunkte mangels Gegner bereits auf der Waage.

Ansonsten konnte man den siegreichen Darbietungen der ACL-Kämpfer entspannt beiwoh-nen: Den kampflosen vier Zählern für Andrzej Sokalski (86 Kilo, Freistil), dem mühelosen 16:0 von Hannes Wagner (98 Kilo, griechisch), dem sicheren 5:0 bzw. 6:0 von Christian Lurz (71 Kilo, Freistil, gegen Josef Giehl) bzw. von Achim Thumshirn (80 Kilo, griechisch, gegen Felix Plauger) sowie dem 9:0 von Venelin Venkov (66 Kilo, griechisch), dessen fantastischer Überwurf mit Dragos Cimpanu das Eintrittsgeld im Grunde alleine wert war.

Und dann war da noch Johannes Lurz (75 Kilo, Freistil), der nach eineinhalb Minuten im Bo-denkampf zu seinem Spezialgriff ansetzte. Mit einem sogenannten „Cubaner“ verschnürte er seinen Kontrahenten Alexander Giehl fast wie andere Leute ein Weihnachtspaket und drückte ihn auf beide
Schultern. So etwas nennt man einen versöhnlichen Schlusspunkt.

-cv-