Siege trotz Widrigkeiten sind manchmal schöner

Fast eine halbe Mannschaft fehlte beim ACL / Dennoch 20:16 in Oberölsbach

Es ist schon personell haarig mittlerweile für das Bayernligateam des ACL. Am Samstag in Oberölsbach fiel mit dem erkrankten Tobias Schütz bereits der vierte Stammringer aus, fast eine halbe Mannschaft also. So gesehen durfte man sich über den 20:16-Sieg natürlich erst recht freuen.

Wenn die Personalnot um sich greift, sind die Verantwortlichen im Umfeld, die Trainer vor allem, besonders gefordert, für kreative Lösungen zu sorgen. So entschieden ACL-Coach Ali Hadidi und Mannschaftsführer Heiko Scherer am Samstag erst unmittelbar vor dem Abwiegen, in der 86kg-Klasse die gewohnten Stilarten über den Haufen zu werfen und Daniel Luptowicz im ungewohnten freien Stil aufzubieten – ein Schachzug, der sich letztlich als goldrichtig erwies, der aber, wie Heiko Scherer zugab, „auch komplett schief hätte gehen“ können.

Es wird nicht viele Mannschaftskämpfe übers Jahr geben, die so „ruck, zuck“ über die Bühne gehen wie jener zwischen dem SCO und dem ACL. Sechs Schultersiege, dazu zwei technisch überlegene Gewinner in der ersten Runde. Wenn ansonsten die Gesamtkampfdauer der zehn Duelle meist so um die vierzig Minuten liegt, war diesmal mit nur 24 Minuten eher ringerische „Kurzarbeit“ angesagt. Da sich die klaren Sieger jedoch hüben wie drüben mit 4:4 in etwa die Waage hielten, blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Der Start verlief nicht unerwartet mit zwei blitzschnellen Schultersiegen der beiden ungeschlagenen Oberölsbacher Topleute Nikolay Dobrev (57kg, Freistil, gegen Mario Petrov) und Tobias Nendel (130kg, griechisch, gegen Sebastian Reuther).

Auf der Gegenseite fackelten auch die ACler Venelin Venkov (61kg, griechisch) und Krum Chuchurov (66kg, Freistil) nicht lange und legten Christian Gregor und Martin Kölbl in der ersten bzw. zweiten Minute schon „aufs Kreuz“.

Ganz anders Christoph Meixner (ACL, 98kg, Freistil): Mit Konzentration und Überlegung erarbeitete er sich Schritt für Schritt kleine Vorteile gegen den durchaus gefährlichen Patrik Fanderl und holte mit einem 6:1-Punktsieg wieder einmal ein wertvolles Mannschaftsresultat.

Bei einer 10:8-Pausenführung für den ACL zeichnete sich bereits ab, dass nach den beiden schnellen griechisch-Vierern für die Gastgeber in der 86kg- Klasse durch Serdar Biyicoglu (gegen Michael Schwarz) bzw. für die Gäste in der 66kg-Kategorie durch Rumen Savchev (gegen Daniel Sittel) wohl das Duell von Daniel Luptowicz (86kg, Freistil) gegen Matthias Stich den Tag entscheiden würde. Und mit all seiner Routine ging „Lupo“ Anfang der zweiten Runde bereits mit 12:3 in Front, ehe ihm sogar noch ein Schultersieg glückte.

So war die Ausgangssituation für Johannes Lurz (75kg, Freistil) beim Stand von 12:18 und noch zwei ausstehenden Duellen natürlich komfortabel, denn sogar eine knappe Punktniederlage gegen Robin Himmler (SCO) hätte den Mannschaftserfolg abgesichert. Mit einem klaren 4:0-Punktsieg aber zerstreute er letzte Zweifel, sodass die beschließende Schulterniederlage von Dominik Sohn (75kg, griechisch) gegen Marian Mihai nicht mehr ins Gewicht fiel.

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