Rückrundenstart gegen Schonungen / Kein Verein will in die 1. Bundesliga

Mit viel Kampfgeist haben die Oberliga-Ringer des AC Lichtenfels nach ihrem Aufstieg eine furiose Hinrunde hingelegt und stehen derzeit auf Rang 3 in der Tabelle.

Das Team ist offensichtlich in der höheren Klasse angekommen und die Neuzugänge haben bisher ebenfalls die Erwartungen mehr als erfüllt. Überragend ist dabei die Bilanz des Eigengewächses Hannes Wagner – er hat alle seine bisherigen acht Kämpfe überlegen gewonnen und damit seine überzeugende Form nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft eindrucksvoll bestätigt.

So könnte man eigentlich rundum zufrieden sein, zumal das Team auch von Verletzungen verschont blieb. Doch Mannschaft, Trainer und die Vereinsverantwortlichen sind verunsichert: Der Ringerverband gab vor dieser Saison eine Aufstiegspflicht in die Bundesliga für den Tabellenersten der Oberliga zwingend vor. „Wir können mit unseren Möglichkeiten einen Bundesligabetrieb nicht stemmen“, erklärt der erste Vorsitzende Oliver Dürr, „sowohl finanziell als auch personell kommt unser Verein dabei sehr schnell an seine Grenzen, wie sich ja in der Vergangenheit deutlich gezeigt hat.“

Und auch die sportliche Leitung zeigt sich skeptisch. „Unsere Jungs fühlen sich leistungsmäßig in der Mehrzahl in der Oberliga sehr wohl, bei einem Aufstieg in die Bundesliga würden die meisten aus dem aktuellen Team nicht mehr dabei sein wollen“, sagt Trainer Ali Hadidi. Aus den anderen bayerischen Vereinen kommen ganz ähnliche Aussagen und auch in anderen Bundesländern ist die Stimmungslage in den Oberligen praktisch identisch. Der Ringerbund bleibt aber stur, die Vereine fühlen sich mit ihren Problemen alleine gelassen. „Keiner will in die Bundesliga aufsteigen, solange die grundsätzlichen Strukturprobleme des Mannschaftsringens in Deutschland nicht gelöst sind“, erläutert der zweite Vorsitzende Stefan Mehl, „Taktische Aufstellmanöver werden auch in Zukunft zum Alltag in der Oberliga gehören.“

Am Samstag, 19.30 Uhr, wollen aber alle Beteiligten vor heimischen Publikum eine sportliche Antwort geben und den Gästen aus Schonungen wie bereits im Hinkampf nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten bieten.

Zu beachten sind da vor allem die Spitzenleute in den leichten Gewichtsklassen der Unterfranken – Manduca (57kg), Dudau (61kg) und Klein (66kg) – die wohl auch diesmal die Punkte für die Gäste holen werden. Auf Seiten des ACL verlässt man sich auf die eigenen Stärken in den mittleren Gewichtsklassen und ist zuversichtlich, dass dies letztlich wieder den Ausschlag zugunsten der Einheimischen geben wird.

After-Fight-Party

Direkt im Anschluss an den Kampf geht es weiter zur After-Fight-Party in die anliegende ACL-Sports-Bar. Hier wird der weit über die Landesgrenzen bekannte Münchner DJ „FlowRyder“ für die richtige Stimmung sorgen. Der ACL-Fanclub kümmert sich um die Bar und wird sicherlich für jeden das passende Kaltgetränk anbieten können. 

SV Johannes Nürnberg II vs. AC Lichtenfels

Am Dienstag, 31. Oktober, steht dann bereits um 13.00 Uhr die Auswärtspartie beim SV Johannis Nürnberg an. Nach der überraschenden Heimniederlage in der Hinrunde ist es allerdings fraglich, ob den Lichtenfelser Ringern eine Revanche gelingt. Die Bundesligareserve aus der Noris kann aus einem riesigen Kader jederzeit aus dem Vollen schöpfen und ist so nur sehr schwer auszurechnen.

Für die ACL-Fans hat der Fanclub eine Busfahrt nach Nürnberg organisiert, bei der für Kurzentschlossene noch einige Plätze frei sind. Der Bus wird die Heimreise erst nach dem anschließenden Bundesligakampf der Nürnberger gegen Hallbergmoos antreten.

Anmeldungen sind bei Rudi Hofmann oder über die Internetseite des Fanclubs möglich.

ACL II mit längerer Pause

Die zweite Mannschaft ist bis zum 10.11. Kampffrei. Der nächste Kampf für die Mannen um Philipp Schütz findet am 11.11. in Amberg statt.