Quo vadis Ringkampfsport ? – Quo vadis ACL ?

Beide ACL Teams auswärts – in Bindlach und Amberg

Von Oliver Dürr

In der Saison 2018/2019 wird es laut Deutschem Ringerbund (DRB) nur eine 1. Bundesliga geben. Dies ist eines der Ergebnisse der Bundesligatagung am vergangenen Wochenende. Auch besteht für den Erstplatzierten der Bayerischen Oberliga eine Aufstiegspflicht. Sollte die Reserve aus Nürnberg die Runde als Meister abschließen, würde die Aufstiegspflicht auf den Zweitplatzierten übergehen, da von einem Verein keine zwei Mannschaften in der 1. Bundesliga ringen können.

Diese Beschreibung der aktuellen Situation schildert in kurzen Sätzen das Dilemma in dem alle Vereine aus der Bayerischen Oberliga stecken. Auf der einen Seite möchte man guten und spannenden Ringkampfsport bieten, auf der anderen Seite sucht jede Staffel nach einem Ausweg, um nicht erster oder zweiter werden zu müssen: die sprichwörtliche Quadratur des Kreises. Doch nicht nur in Bayern ist dieses Problem vorhanden, auch in allen anderen Oberligen grassiert die „Antibundesligaritis“. Denn fast alle Vereine sehen sich sowohl personell, als auch finanziell nicht in der Lage in der obersten Klasse Deutschlands mitzuringen. Und hier stellt sich nun die Systemfrage: quo vadis Ringkampfsport – wohin führt der Weg des Ringens? Seitens des DRB müssen schnellstmöglich gangbare Lösungen gefunden werden, um den Ringkampfsport in Deutschland nicht ad absurdum zu führen. Die bayerischen Vereine werden auf dem Verbandstag am 18.11.2017 in München einen Antrag auf Aussetzung der Aufstiegspflicht in der Bayerischen Oberliga stellen. Auch der AC Lichtenfels unterstützt dieses Vorhaben. Ob der Vorstoß allerdings von Erfolg gekrönt sein wird steht in den Sternen, denn letztendlich entscheidet ausschließlich der DRB über etwaige Änderungen am Reglement. Somit überschattet die „Ringerpolitik“ den sportlichen Wettkampf und es wird sich zeigen, ob am aktuellen Kampftag wieder spezielle Geschehnisse in der Oberliga stattfinden. So verlor der ASC Bindlach seinen letzten auf der Matte gewonnen Auswärtskampf nachträglich am grünen Tisch, da das Team um Ex-ACLer Matthias Fornoff in Burgebrach mit einer unbesetzten Gewichtsklasse und zwei übergewichtigen Ringern antrat. Somit wurde die Partie mit 0:36 gewertet. Bleibt abzuwarten wie es sich beim Kampf des ACL in Bindlach am morgigen Samstag darstellen wird. Noch in der Vorrunde war die Auseinandersetzung in Lichtenfels beste Werbung für den Ringkampfsport. Beide Teams traten mit der jeweils bestmöglichen Aufstellung gegeneinander an. Der Kampf wog hin und her und letztendlich hatten die ACler knapp die Nase vorn. Ob das auch am Samstag vor o.g. Hintergrund so sein wird? Sicherlich werden beide Mannschaften nicht Ihre beste Aufstellung an den Start bringen.

Die Suche nach dem Griffansatz im rechten Moment: Christoph Meixner (AC Lichtenfels, rechts) und seine Teamkollegen werden dies morgen beim Derby in
Bindlach einmal mehr praktizieren müssen.

Sollte der ASC Bindlach wie im Hinkampf stark aufstellen, würde es für den ACL wieder eine herausfordernde Aufgabe, da die Mannen um Matthias Fornoff mit dessen Neffe Marcel (75 kg Freistil), Bastian Hofmann (66kg Freistil), den Adler Brüdern und dem Venezuelaner Pedro Rodriguez über einen sehr starken und ausgeglichenen Kader verfügt.

Zweite Mannschaft in Amberg

Die Reserve des ACL reist am Wochenende nach Amberg zum dortigen RC Bergsteig. Dort beginnt nach zwei Wochen Kampfpause die Rückrunde für die Kämpfer um Mannschaftsführer Philipp Schütz. Nachdem die beiden letzten Mannschaftskämpfe gewonnen werden konnten, wird versucht, die Erfolgsserie dort weiter auszubauen. Ob das gelingen wird bleibt abzuwarten, da es in der Vorrunde doch eine deutliche 16:40 Niederlage setzte. Aber wer weiß, vielleicht ist ja doch eine Überraschung in der Oberpfalz möglich.

Freier Eintritt gegen Hof

Zum Schluss noch ein kurzer Ausblick auf den 18.11.2017: Dort steigt der nächste Heimkampf gegen den ewigen Dauerrivalen aus Hof – den ASV. Über Jahrzehnte haben sich beide Mannschaften heiße Duelle geliefert und dies wird auch am 18.11. so sein. Um den treuen und leidgeprüften Fans zu zeigen, dass auch der Verein in keinster Weise mit der aktuellen Situation in der Oberliga zufrieden ist, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, allen Zuschauern freien Eintritt zum Derby zu gewähren. „Wir freuen uns auf viele Zuschauer und hoffen, so ein wenig verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“, wird 2. Vorstand Stefan Mehl zitiert. Schließen möchten wir mit dem Ausspruch eines ehemaligen ACL Athleten beim letzten Heimkampf: „Gegen Hof müssen wir gewinnen, und wenn ich mir meine Ringerschuhe wieder anziehen muss!“ – dem ist nichts hinzuzufügen, außer: der ACL hat verstanden.