Kollektives Kopfschütteln über angeblichen Kopfstoß

Unbegreifliche Disqualifikation für Tobias Schütz verursachte 15:17-Niederlage des ACL in Unterföhring

Große Enttäuschung beim AC Lichtenfels! Mit 15:17 verloren die Ringer in Unterföhring einen Bayernligakampf, der sie im Meisterschaftsrennen ein beträchtliches Stück zurückwerfen dürfte.

„Wir wussten von vorneherein, dass es ohne Christoph Meixner knapp werden wird. Dennoch wäre unser Plan am Ende aufgegangen, wenn alles normal gelaufen wäre“, resümierte Mannschaftsführer Heiko Scherer.

Ganz und gar nicht normal jedoch war der Umstand, dass Tobias Schütz in seinem hitzigen Gefecht der 86Kilo-griechisch-Klasse gegen Florian Görsch wegen angeblichem Kopfstoß (bei einem Hüftangriff!) disqualifiziert wurde – eine Entscheidung des Unparteiischen Bernhard Sedlmeier (SV Hallbergmoos), über die selbst die Gastgeber nur den Kopf schütteln konnten. „Wenn der Schiri eine Verwarnung und zwei Strafpunkte für Rot gibt, ist es zwar immer noch falsch, aber zumindest mit dem Regelwerk in Einklang zu bringen. Und wir gewinnen dann den Mannschaftskampf noch“, so Co-Trainer Martin Wegner. Denn statt ein oder zwei Zählern für den ACL – Schütz führte zu Beginn der zweiten Runde mit 2:0 Punkten – gab es deren vier für den SC Unterföhring. Ein Minus, das einfach nicht mehr wettzumachen war.

Zumal zuvor bereits der eine oder andere Mannschaftspunkt liegengeblieben war. Mario Petrov (ACL, 57Kilo, griechisch) hatte trotz klarem Punktrückstand seinen Kontrahenten Florin Teschner kurzzeitig auf beiden Schultern, doch solche Entscheidungen von Sekundenbruchteilen mag man einem Kampfleiter durchaus nachsehen. Letztlich wurde aber Petrov selbst in der Schlussminute geschultert.

Sebastian Reuther (130kg, Freistil, 3:2 über Julian Stadlbauer) und Leon Raps (61kg, Freistil, 12:5 gegen Vincent Kurth) erfüllten abermals die Erwartungen vollauf, mussten aber jeweils kurz vor Schluss noch Wertungen abgeben, die in der Mannschaftsrechnung jeweils einen Zähler kosteten.

Keine realistischen Chancen hatten auf ACL-Seite dagegen Rainer Weinberger (98kg, griechisch) und Daniel Luptowicz (86kg, Freistil), die sich der technischen Überlegenheit von Richard Mahn und Allessandro Punzo beugen mussten.

Dafür steuerten die „66er“ Venelin Venkov (griechisch) und Chrum Chuchurov (Freistil) noch in der ersten Runde ihre fast schon gewohnten „Vierer“ durch ein 15:0 über Korbinian Kohler bzw. Siegfried Jonak bei.

So hätten die Gäste beim Stand von 16:11 beide 75Kilo-Duelle siegreich gestalten müssen, die in der Vorrunde zwischen den gleichen Kontrahenten jeweils mit 4:1 Punkten an Unterföhring gegangen waren.

Rumen Savchev (ACL, griechisch) ließ dabei noch einmal Hoffnungen aufkommen, denn er zermürbte Balasz Fazekas von Beginn an und führte schon vor der Pause mit 11:0, als sein Kontrahent verletzt aufgeben musste.

Letztlich versuchte auch Johannes Lurz (ACL, Freistil) alles, doch musste er sich dem starken Michael Riesterer mit 2:4 nach Punkten geschlagen geben.

Es sollte an diesem Tag einfach nicht mehr sein für den ACL.

-cv-