Knapper Sieg in Burgebrach – Werbung für den Ringsport

Keine Schonung fürs Nervenkostüm
Happy End für ACL-Ringer beim 16:12 in Burgebrach

Es war ganz ohne Zweifel ein Riesenschritt in Richtung Meisterschaft in der Bayerischen Oberliga Nord, den die Ringer des AC Lichtenfels am Samstagabend
vollzogen. Bei einem der „mit stärksten Gegner der Liga“ (Mannschaftsführer Daniel Luptowicz), dem TSV Burgebrach, gewannen sie auch Dank der Unterstützung der ca.80 mitgereisten und lautstarken ACL-Fans zum Rückrundenauftakt mit 16:12. 

Wenn der Ringkampfsport der Oberliga wieder einmal Werbung in eigener Sache hätte betreiben wollen, dieses Derby wäre genau das richtige gewesen. Hin
und her ging es, mal hatten die Roten, mal die Blauen taktisch und kämpferisch etwas Oberwasser. Das fasziniert die Ringerfans.

Bei am Ende 5:5 Einzelsiegen waren es die drei Mannschaftsvierer des ACL, jeweils im grie-chisch-römischen Stil erzielt durch technische Überlegenheit, die mit den Ausschlag gaben. Mario Petrov (57 Kilo) ließ gegen Lucas Nein ebenso wenig anbrennen wie Hannes Wagner (98 Kilo) gegen Markus Zürl. Besonders wichtig zudem das 15:0 nach einigen spektakulären Würfen von Rumen Savchev (66 Kilo) gegen den sieggewohnten, aber doch leichteren Dragos Cimpanu.

Auf der anderen Seite waren die Brüder Philipp (61 Kilo, Freistil) und Alexander Ender (75 Kilo, griechisch) ohne Chance gegen die Burgebracher Christopher Rippl und Dominik Winkler.

In allen anderen Duellen ging es über die vollen sechs Minuten Kampfzeit, wobei das Nervenkostüm aller Beteiligten nicht wirklich geschont wurde. Christoph Meixner  (ACL, 130 Kilo, Freistil) kam gegen den rund 30 Kilo schwereren, aber doch wendigen und schnellen Jens Brosowski erst spät zu einer Zweierwertung und konnte ein 2:3 damit nicht verhindern.

Auch Johannes Lurz (86 Kilo, Freistil) brachte rund 20 Pfund weniger auf die Waage als der Burgebracher Trainer und Ex-ACler Michael Giehl. Dennoch ging er zunächst mit 4:0 in Führung, aber die physische Überlegenheit, gepaart mit dem technischen Vermögen Giehls sorgte am Ende doch für ein 10:4 des Hausherren.

Im vielleicht besten Kampf des Abends zwischen den Freistilkönnern Yunier Castillo (Burgebrach) und Krum Chuchurov (ACL, 71 Kilo) brachte erst der finale Einser letztlich den 5:3-Punktsieg des TSV-Ringers. 

Achim Thumshirn (80 Kilo, griechisch) strahlte lange Zeit seine gewohnte Souveränität im Stand wie im Boden aus und musste nach einem 10:0-Zwischenstand trotzdem noch zittern. Und zwar, weil er 15 Sekunden vor Schluss nach einem Kopfzug von Leonardo Torres ur-plötzlich vor der Schulterniederlage stand, die er so gerade noch verhindern konnte, sodass er 10:4-Punktsieger blieb.

12:14 hieß es damit vor dem letzten Gefecht und es spricht für die Routine und Nervenstärke des erst 18-jährigen ACL-Neuzugangs Lukas Tomaszek (75 Kilo, Freistil), dass er gegen den etwas unberechenbaren Josef Giehl nichts anbrennen ließ und nach anfänglichem Rückstand erstaunlich cool seine Beinangriffe durchbrachte, um relativ ungefährdet mit 7:4 Punkten obenauf  zu bleiben.

Text: -cv- / Bild: Czepera