Freundschaftskampf zu Ehren Martin Kittner

Quelle:  Ostthüringer Zeitung

Der langjährige Greizer Ringer Martin Kittner wird als Ehrengast beim heutigen Ringervergleich Vogtland gegen Franken erwartet

Greiz. In Verbindung mit einem Vorbereitungslehrgang der Ringer in Greiz kommt es heute 20 Uhr zu einem Freundschaftskampf in der Sporthalle in Greiz. Dabei stehen sich eine Vogtlandauswahl, gebildet aus Sportlern der Zweitligisten Greiz und Pausa/Plauen, sowie ein fränkisches Team, gebildet aus Sportlern vom AC Lichtenfels und AC Bindlach gegenüber. Bei diesem Wettkampf wird ein besonderer Ehrengast erwartet: Martin Kittner.

Kittner macht bei Gottschalk von sich reden

Zu Beginn der 90er Jahre setzte sich der ein Jahrzehnt vorher begonnene Aufschwung im Greizer Ringkampfsport fort. 1991 wurden die Greizer Ringer in die 2. Bundesliga eingeordnet und belegten dreimal den zweiten Platz. Nach zwei Staffelsiegern 1994 und 1995 wurden die Staffeln umgestaltet; Greiz kämpfte nun in der normalen Runde bereits gegen Mannschaften aus den alten Bundesländern und hielt sich achtbar. Die Zuschauer kamen in Massen. Die Sporthalle „Kurt Rödel“ platzte aus allen Nähten. Vor Beginn der Saison hatte sich Greiz verstärkt. In der damals leichtesten Gewichtsklasse bis 48 kg startete ein 14-Jähriger aus Goldkronach in Oberfranken. Er war der erste westdeutsche Ringer, der für einen Ostverein startete. Und viele Leute kannten bereits seinen Namen: Martin Kittner. Mit zehn Jahren gelang ihn eine sensationelle Leistung in der Fernsehsendung „Wetten dass….?“ Er schaffte mehr Brückenüberschläge als Weltmeister Claudio Passarelli und dessen Bruder Pasquale Passarelli, Olympiasieger 1984. Acht Jahre kämpfte Kittner für Greiz und wurde mit Victor Peikov zum erfolgreichsten Punktesammler des Vereins. Aber nicht nur durch seine sportlichen Erfolge wurde er zum Publikumsliebling, sondern auch durch seine Fairness und Kollegialität. Als Greiz 2003 die erste Liga verlassen musste und drei Jahre in der Regionalliga kämpfte, verließ der sechsmalige deutsche Meister und Vizeweltmeister der Kadetten schweren Herzens den Verein. Er ging nach Markneukirchen und bald darauf nach Lichtenfels. Nach den Olympischen Spielen von 2004 wurden die Ringerregeln verändert, der Bodenkampf gewann an Bedeutung. Die neuen Regeln waren wie für den Kampfstil des Klassisch-Spezialisten Martin Kittner gemacht. Die Spiele 2008 in Peking wurden sein Ziel. Doch dann geschah das Unglück. Im Kampf Lichtenfels gegen Mömbris-Königshofen bricht er sich bei einer Allerweltstechnik den sechsten Halswirbel, liegt 14 Monate in der Klinik und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen. Gesundheitliche Fortschritte stellen sich nur schleppend ein. Auch ein Aufenthalt in China bei Spezialisten für embryonale Stammzellen bringt nur kleine Verbesserungen. Auch heute noch kämpft Martin Kittner, der nun verheiratet ist und Kämpf heißt, jeden Tag für die Verbesserung seiner Gesundheit. Der RSV Rotation Greiz wird heute Abend in der neuen Sporthalle erstmals seinen ehemaligen Spitzenkämpfer Martin begrüßen. Alle Sport- und Ringkampfinteressierte, alte Weggefährten, Freunde und Sponsoren sind aufgerufen ihm einen ihm gebührenden Empfang zu bereiten. Nach dem Vergleichskampf Vogtland – Franken läuft das Vorbereitungscamp weiter. Nach dem Wettkampf am Freitag wird das Training mit zwei Einheiten am Sonnabend fortgesetzt. Nach der Mittagspause steht der Besuch der Olympiaausstellung im Unteren Schloss auf dem Programm. Trainingsschluss ist am Sonntagmittag.