Europameisterschaft Riga 2016

Ringen / Europameisterschaften der Männer und Frauen vom 7.-13.3. in Riga (LAT)

Riga – Gold und Bronze gab es für die deutschen Griechisch-Romisch-Spezialisten am letzten Kampftag der Ringer- Europameisterschaften in Riga (LAT), die Bilanz des Deutschen Ringer- Bundes der Titelkämpfe schnellte damit auf einmal Gold und drei Bronzemedaillen.

Dabei waren es diesmal nicht die beiden deutschen Aushängeschilder Frank Stäbler (TSV Musberg) und Aline Focken (KSV Krefeld), die sich für Medaillengewinne verantwortlich zeigten sondern Pascal Eisele (SV Fahrenbach), der Europameister im Limit bis 80 kg wurde, während Denis Kudla (85 kg/VfK Schifferstadt)-, ebenfalls im griechisch-römischen Stil, Erik Thiele (97 kg/KFC Leipzig) im Freistil und Nina Hemmer (53 kg/AC Ückerath) bei den Juniorinnen Bronzemedaillen gewannen.

Das verweist darauf, dass der deutsche Ringkampfsport eine größere Breite an Athleten hat, die in der Spitze mitringen können, was zudem auch zahlreiche 5. Ränge unterstreichen.
Aufatmen vor allem bei Freistil-Bundestrainer Sven Thiele, dessen Sohn Erik für den wichtigen Medaillengewinn sorgte. Dabei war es für den erst 19-jährigen Erik Thiele die erste Meisterschaft bei den Männern, bei der er auch gleich Bronze gewann. „Es ist auch schon viele Jahre her, dass ein Juniorenringer bei den Männern eine internationale Meisterschaftsmedaille erringen konnte“, so Bundestrainer Thiele stolz auf die Leistung seines Sprösslings.Ein riesen Erfolg für den jungen Freistilspezialisten der ihm viel Auftrieb geben sollte. Gleiches gilt für Schwergewichtler Nick Matuhin (125 kg/1. Luckenwalder SC), der mit dem Ukrainer Zaseev gleich den Vizeweltmeister von 2013 aus dem Lostopf zog. Beim 3:4 verpasste der DRB-Ringer eine kleine Sensation, unterstrich mit diesem Ergebnis jedoch einen Leistungssprung zu den 1. European Games in Baku (AZE) und den Weltmeisterschaften 2015 in Las Vegas (USA) nach. „Jetzt müssen wir Stabilität in die Leistungen des Luckenwalders bringen“, beginnt für Sven Thiele nun der Feinschliff für die Olympia-Qualifikationsturniere.

„Mit Martin Obst (74 kg/1. Luckenwalder SC) und William Harth (86 kg/SVG Weingarten) hatten wir zudem Ringer im Aufgebot, die eine bessere Platzierung knapp verpasst haben“, war Bundestrainer Sven Thiele mit dem Auftritt seiner Auswahl in Riga insgesamt zufrieden.

Auch Patrick Loes, der als Bundestrainer für den Frauenbereich tätig ist, konnte mit seiner Damenriege am Ende zufrieden nach Hause reisen. Während sich die Weltmeisterin von 2014 Aline Focken bereits langfristig auf die Olympischen Spiele in Rio vorbereitet und nicht an den Europameisterschaften in Riga teilnahm, sprangen andere Damen aus in die Bresche. So stand Nina Hemmer (53 kg/AC Ückerat) nach spannenden Begegnungen auf dem Bronzerang ihrer Gewichtsklasse, während Luisa Niemesch (59 kg/SVG Weingarten) im kleinen Finale scheiterte und Platz 5 belegte. Auch Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) kämpfte sich gleich am ersten Kampftag der Europameisterschaft ins kleine Finale, unterlag dort jedoch ebenso und fügte der Gesamtbilanz des DRB einen weiteren 5. Rang hinzu, während Eileen Friedrich (55 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) und Maria Selmaier (75 kg/KSC Motor Jena) nach Sieg und Niederlage 7. Ränge belegten und mit einigen Optimismus in Richtung Olympiaqualifikation blicken.

Riesengroß war der Jubel der Griechisch-Römisch-Spezialisten am letzten Kampftag nach dem Titelgewinn durch Pascal Eisele (80 kg/SV Fahrenbach), der in souveräner Manier zu Gold marschierte. Zudem gab es durch den erst 21-jährigen Schifferstädter Denis Kudla gleich noch Bronze im Limit bis 85 kg oben drauf.
Dabei begann der letzte Kampftag eher ernüchternd, denn Frank Stäbler unterlag bei seinem ‚Ausflug‘ in die höhere Kategorie bis 71 kg gleich im ersten Kampf dem Kroaten Dominik Etlinger und schied aus, da Etlinger das Finale verfehlte. Doch auch Eduard Popp (130 kg/VfL Neckargartach) reihte sich auf Platz 5 einmal mehr unter die besten Ringer seiner Gewichtsklasse ein. Der Unglücksrabe der Titelkämpfe hieß aus deutscher Sicht Peter Oehler (98 kg/VfK Mühlenbach), der den Einzug ins Semifinale- und damit den Kampf um eine Medaille nur um eine Sekunde verfehlte. Bis 5:59 Minuten führte der Südbadener gegen Orkhan Nuriev (AZE), als Aserbaidschaner der den Hünen aus dem Leistungszentrum Freiburg beim Stand von 2:2 von der Kampffläche abdrängte und mit dem Punkt zum 3:2 selbst das Halbfinale erreichte, dass er dann verlor.

„Die Titelkämpfe sind speziell am zweiten Tag der Griechisch-Römisch-Wettkämpfe super für uns gelaufen, was vor allem an der starken Leistung von Pascal Eisele lag“ freute sich Bundestrainer Michael Carl über den Erfolg des Ringers vom SV Fahrenbach. Lob gab es auch für Denis Kudla und Eduard Popp; „… Denis zeigte bei seiner ersten Europameisterschaften im Männerbereich eine souveräne und starke Vorstellung genauso wie Eduard Popp, der erstmalig Sabahi Shariati aus Azerbaidschen (der bereits für Olympia qualifiziert ist) besiegt hat“.

Jörg Richter