Ein Festival der Schultersiege

ACL blieb vollkommen ungefährdet gegen den Tabellendritten TV Traustein /
30:6-Sieg

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„Trainer, passt das so?“, könnte man den Blick von Dominik Sohn (rotes Trikot) deuten. Sein Coach Ali Hadidi hatte ihm die Marschroute vorgegeben: „Beinangriffe zulassen und dann kontern“, was sich schließlich als richtig erwies.

 

Nach fünf von zehn Kämpfen zwischen dem AC Lichtenfels und dem TV Traunstein waren bereits “alle Messen gelesen”, wie es manchmal in der Sprache des
Sports heißt. Denn da stand es schon 18:0 für den verlustpunktfreien Spitzenreiter der Ringer-Bayernliga, der letztlich mit einem 30:6 seine
Titelansprüche einmal mehr untermauerte.

„Ohne große Ambitionen nach Lichtenfels“ war bereits in der Vorschau auf der Homepage des zuletzt wirklich erfolgreichen Tabellendritten TV Traunstein zu
lesen, der diesmal jedoch personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte. So ließen die Gäste mehrere Athleten eine Gewichtsklasse aufrücken und die 130
Kilo-Freistilkategorie (kampfloser Sieger: Christoph Meixner) sogar unbesetzt. „Dadurch wusste ich schon nach dem Abwiegen, dass wir wohl sicher
gewinnen werden“, erläuterte ACL-Trainer Ali Hadidi, „was jedoch unsere abermals gute Leistung nicht schmälern soll.“

Lediglich das talentierte Brüderpaar Artur und Eduard Tatarinov (75 Kilo, griechisch, bzw. 86 Kilo Freistil) stemmte sich auf Traunsteiner Seite mit
Erfolg gegen die drohende Klatsche. Der junge Marius Geuß hatte als einziger ACler gar keine Chance gegen den Kaderringer Artur und wurde nach knapp zwei
Minuten ausgepunktet. Christian Merkel dagegen lieferte dem ungemein flinken Eduard nach eher „verbummelter“ erster Runde ein packendes Duell, das erst
in den letzten Sekunden beim Stand von 8:9 auf die Seite von Tatarinov kippte – Endstand: 8:13.

Ansonsten konnte die Geschichte dieses Kampfabends betitelt werden mit der Beschreibung „kurz, aber sehenswert“. Sechs Schultersiege für die „Roten“,
drei davon noch in der ersten Kampfminute, dazu jede Menge Vierer- und Fünferwertungen – all das sprach für sich.

Mario Petrov (57 Kilo, griechisch), Venelin Venkov (66 Kilo, griechisch) und Krum Chuchurov (66 Kilo, Freistil) hatten dabei ihre jungen Kontrahenten
Andreas Dik, Philipp Schrag und Saber Mansuri in weniger als 60 Sekunden auf „den Ast“ gelegt.

Johannes Lurz (ACL, 75 Kilo, Freistil) zeigte bis zu seinem Schultersieg
über Mahsun Ersayin eine feine Mischung aus Technik und Lässigkeit. Tobias Schütz (86 Kilo, griechisch) und Nikolay Dobrev (98 Kilo, griechisch)
demonstrierten ihren überforderten Kontrahenten Ahmad Quaderi und Andreas Boschko die wahrhaft „hohe Kunst“ des klassischen Ringkampfs mit einer Reihe
spektakulärer Würfe.

Spannung gab es so gesehen nur noch einmal, und zwar zwischen Dominik Sohn (61 Kilo, Freistil) und Luca Zeiser. Dass aber auch hier der AC-Ringer nach
2:4-Rückstand noch mit 8:4 siegreich blieb, verdankte er auch dem taktischen Scharfblick seines Coaches: „Der Ali gab mir die Anweisung, keine
Beinangriffe zu starten, sondern sogar mein Bein anzubieten, um dann zu kontern.“ Mitunter also muss man beim Kampfsport es auch mal vorziehen, sich
zu-rückzuhalten.

-cv-