Eigene Stärke und Gegners Schwäche

Tabellenführer AC Lichtenfels abermals klar überlegen / 26:6 gegen Penzberg

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Die Bilder gleichen sich mitunter: Hohe Überlegenheit der ACL-Ringer führt zu hohen Flügen der unterlegenen Gästeringer – hier demonstriert von Venelin Venkov (rotes Trikot) gegen Phillip Wrba (AC Penzberg). Foto: cv

 

Sie bleiben weiter klar auf Kurs, die Ringer des AC Lichtenfels, wenn es um die Tabellenspitze in der Ringer-Bayernliga geht. Auch der AC Penzberg konnte die Korbstädter in keiner Weise gefährden, sodass am Ende ein abermaliger 26:6-Kantersieg des verlustpunktfreien Spitzenreiters zu Buche stand. Ist es nun die Stärke des AC Lichtenfels oder die Schwäche der Gegner, die in schöner Regelmäßigkeit zu Ergebnissen mit 20 und mehr Mannschaftspunkten Differenz führen? Vermutlich von beidem etwas.

Auf der einen Seite hat ACL-Trainer Ali Hadidi eine jederzeit motivierte, nach dem im Vorjahr verpassten Aufstieg erst recht ambitionierte Truppe mit einer Mischung aus bundesligaerfahrenen Routiniers und ehrgeizigen Youngsters beisammen. Auf der anderen Seite können auch gegnerische Trainer die Aufstellungen der letzten Kampftage lesen und davon ausgehend die eigenen Siegchancen realistisch einschätzen. Was nicht selten dazu führt, dass sie „Schadensbegrenzung und verletzungsfreie Kämpfe“ (Zitat aus der Vorschau des AC Penzberg) als Devise ausgeben.

Selbst wenn also der große Nervenkitzel bereits nach dem Abwiegen nicht zu erwarten war, weil die Favoritenrolle des ohne Dominik Sohn und Tobias Schütz angetretenen ACL gegen einen auch noch verletzungsgeplagten AC Penzberg zu eindeutig war: Ein paar verbissene Duelle gab es dann doch: Mario Petrov (ACL, 57kg, griechisch) verlangte dem physisch starken Abdulllah Hasani wirklich alles ab, konnte eine zwischenzeitliche 4:2-Führung aber nicht halten und verlor noch mit 4:11.

Christian Merkel (86 Kilo, Freistil) kämpfte sich mit jeder Aktion besser in sein Duell mit Alexander Dürr, den er ein ums andere Mal ins Leere laufen ließ und am Ende deutlich mit 10:0 bezwang.

Ähnliches Bild bei Christian Lurz (ACL, 66kg, Freistil): Auch er sammelte Schritt für Schritt kleine Vorteile an, um schließlich mit 12:2 über Christian Hagn zu triumphieren.

Knapp, aber doch sicher behielt Rumen Savchev (75Kilo, griechisch) mit 4:2 die Oberhand über den deutlich schwereren Alexander Horst.

Einzig der eingesprungene Tobias Wagner (ACL, 86kg, griechisch) stand klar auf verlorenem Posten und wurde noch in der ersten Minute von Thomas Kramer ausgepunktet.

Über weite Strecken aber hatten die Korbstädter sehr eindeutig das Sagen: Bei Christoph Meixner (130Kilo, Freistil, 8:0 gegen Peter Vierke) und Venelin Venkov (66Kilo, griechisch, 16:0 gegen Phillip Wrba) hätte die einzige Kampfrichterin in Bayern, Katharina Grasruck vom ASV Neumarkt, nach jeweils spektakulären Würfen auch zum Schultersieg „abklopfen“ können. Bei Nikolay Dobrev (98 Kilo, griechisch) und Johannes Lurz (75 Kilo, Freistil) gab es dann keine Diskussionen mehr, weil beide ihre Kontrahenten Clemens Seidler bzw. Daniel Hösl umgehend und unzweifelhaft „aufs Kreuz gelegt“ hatten.

Schon vor dem Abwiegen hatte dagegen der wiedergenesene Leon Raps den Schweiß treibendsten Teil seines Kampfes zu bestreiten. Er musste etliche Pfunde „abkochen“, um das 61Kilo-Freistil-Limit zu erreichen. Die „Belohnung“ für ihn: kein Gegner und kampflose vier Mannschaftspunkte. So kann’s im Ringen auch gehen.

 

Gruppenoberliga Nord:

ACL II – ATSV Kelheim 23:28

Trotz mächtiger Gegenwehr unterlag die ACL-Reserve dem ungeschlagenen Tabellenführer ATSV Kelheim. Zwei Siege mit den vollen acht Mannschaftspunkten holten Casyen Irmler und Krum Chuchurov, auch Daniel Luptowicz steuerte zwei Erfolge bei. Mario Mihaylov gewann nach 0:8-Rückstand noch mit 19:13. Doch aufgrund der beim ACL doppelt unbesetzten 98Kilo-Klasse hatten die komplett angetretenen Gäste schließlich doch die Nase vorn.

-cv-