Der Abschied von allen Titelträumen

ACL-Ringer klar benachteiligt und dennoch verdient unterlegen / 9:15 gegen ASV Au/Hallertau

Sie haben es nicht geschafft, „den Bock umzustoßen“, die Ringer des AC Lichtenfels. Im vorentscheidenden Duell um die Meisterschaft in der Bayernliga unterlagen sie dem stark auftretenden Tabellenführer ASV Au/Hallertau deutlich, aber unverdient hoch mit 9:15.

Der Zorn all derer, die für die Korbstädter fieberten, richtete sich insbesondere gegen den Bundes(!)kampfrichter Mustafa Durak aus Freising, der auch noch (un)passender Weise beim Gastverein „gleich um die Ecke“ wohnt. Mehr als die Hälfte aller zehn Kämpfe beeinflusste er mit zum Teil gravierenden Fehlentscheidungen zugunsten des ASV – und dennoch konnten alle einheimischen Fachleute der Einschätzung von ACL-Trainer Ali Hadidi folgen, als dieser bilanzierte: „Trotz aller Fehlurteile des Kampfrichters: Unsere Gegner haben taktisch super gerungen, waren cleverer, und bei uns haben einige sicher nicht das Optimum herausgeholt.“Hinzu kam, dass auch die Runde im Aufstellungspoker diesmal klar an die ASV-Ringer ging, deren Selbstvertrauen im Laufe des Abends geradezu „durch die Decke schoss“, während das der ACL-Kämpfer in der Gegenrichtung unterwegs war.Indes: Absehbar war dieser Verlauf zunächst nicht: Denn nach der schnellen Schulterniederlage von Mario Petrov (ACL, 57kg, griechisch) gegen Gerhard Linseisen zeigten insbesondere die beiden Freistiler Christoph Meixner (130kg) und Leon Raps (61kg) wahres ACL-Ringerherz. Mit über 30 Kilo Gewichtsnachteil bearbeitete Meixner den oft etwas tapsigen Sascha Innacone (ASV) so lange, bis dieser wirklich stehend k.o. war und sich trotz etlicher Wertungen im Bodenkampf noch mit 10:11 geschlagen geben musste. Auch Leon Raps entfachte Jubelstürme in der AC-Halle mit seinen technisch wie taktisch glänzenden Aktionen, die ihm nach einem 4:6-Rückstand noch zu einem 9:6 über Kyrillos Poutakidis führten.In der 98kg-griechisch-Kategorie versuchte der aufgerückte Tobias Schütz sechs Minuten lang mit Eugen Dirbach zu ringen, was dieser mit 30 Pfund Mehrgewicht und offensichtlicher, wenn auch ungeahndeter Passivität zu verhindern verstand. Der eine Mannschaftspunkt für seinen 2:0-Punkterfolg war nicht nur aus Sicht des AClers eine eher magere Ausbeute.Erstmals in Front – und zwar mit 8:4 – brachte Venelin Venkov (66kg, griechisch, 16:0 über Martin Soller) die Hausherren mit dem einzigen richtig klaren ACL-Sieg des Abends.Doch gleich nach der Halbzeit lief nahezu alles schief aus heimischer Sicht, was nur schieflaufen konnte. Daniel Luptowicz (86kg, Freistil) stellte sich nach einer Behandlungspause in Folge eines derben Kopfstoßes von Routnier Rainer Morasch zwar wieder zum Kampf, wurde aber umgehend geschultert. Und spätestens das lange offene und rassige Duell in der 66Kilo-Freistil-Klasse bedeutete, wie ACL-Mannschaftsführer Heiko Scherer mutmaßte, „den Genickschlag“ für die Männer in Rot. Krum Chuchorov wurde im Bestreben, mit einem fast schon erfolgreichen Beinangriff seinen 2:4-Rückstand zu egalisieren, von dem 17-jährigen afghanischen Ausnahmetalent Abdul Satar Qaderi großartig ausgekontert und verlor fortan den Mut und am Ende den Kampf mit 2:10. Damit war faktisch der Tag entschieden, denn Christian Merkel (86kg, griechisch) stand beim 0:8 gegen Daniel Tollar auf verlorenem Posten und auch das 6:4 von Rumen Savchev (75Kilo, griechisch) brachte nur einen Mannschaftspunkt, während Johannes Lurz – benachteiligt durch ein „Zweiergeschenk“ für seinen Kontrahenten Hasan Soykan – im bedeutungslosen 75Kilo-Freistil-Duell auch noch mit 2:4 unterlag

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