Den Gästen früh „den Zahn gezogen“

AC Lichtenfels bezwingt TV Traunstein relativ eindeutig mit 21:8 – Weiter punktgleich mit Spitzenreiter ASV Au

„Da dürfte wohl nicht mehr viel passieren!“, wusste ACL-Co-Trainer Martin Wegner schon zur Halbzeit des Bayernligakampfes AC Lichtenfels – TV Traunstein. Und tatsächlich: Der 10:5-Zwischenstand wurde anschließend zum 21:8-Erdresultat ausgebaut, so dass der ACL weiterhin punktgleich mit dem ASV Au/Hallertau an der Tabellenspitze bleibt (14:2).

Es war einer jener Heimkämpfe, die den Puls der Aufregung bei Fans und Verantwortlichen nur selten wirklich in die Höhe zu treiben vermochte. Zu überlegen waren die Hausherren, vor allem was die Deutlichkeit der jeweiligen Siege anbelangte. Zwar gingen vier der zehn Duelle an die Traunsteiner, den vier Mannschaftsvierern des ACL hatte der Gast aber nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Das führte dazu, dass die TV-ler spätestens nach drei, vier Kämpfen irgendwie den Glauben daran verloren, aus der Korbstadt noch etwas Zählbares mitnehmen zu können.

Zum ersten und einzigen Mal gingen die Traunsteiner in Führung, nachdem Gökan Tetik (TV, 86 Kilo, Freistil) in einem vorgezogenen Duell mit 7:0 gegen Daniel Luptowicz (ACL) gewonnen hatte. Doch dann war erst einmal der Hausherr an der Reihe: „Endlich ein Gegner, der nicht einige Kilo schwerer ist als ich!“ und „Endlich griechisch!“ hatte sich Mario Petrov (57 Kilo) zu seinem Kontrahenten Luca Zeiser und zum Stilartwechsel der Rückrunde gedacht. Mit Konzentration und Konsequenz heimste der junge ACL-Neuling denn auch gleich seinen ersten Saisonerfolg in Form eines 6:0-Punktsieges ein.

Kurzen Prozess machten daraufhin zwei Freistiler in Rot: Sebastian Reuther (130 Kilo) hatte den 45-jährigen Altmeister Hartmut Hille schon nach gut einer Minute „aufs Kreuz gelegt“, und Rückkehrer Leon Raps (61 Kilo) brauchte nicht wesentlich länger, um Philipp Schrag beim Stand von 12:0 mit einem eher selten zu sehenden „Setzer“ zu schultern. Bis dahin hatte der lange verletzte AC-ler aber durchaus gezeigt, welch umfassende technische Fertigkeiten er nach wie vor besitzt.

Im ungewohnten klassischen Stil hielt Christoph Meixner (98 Kilo, griechisch) die Niederlage beim 4:13 gegen den starken Patrik Szabo zumindest in Grenzen, ehe in der zweiten Halbzeit recht schnell „der Deckel drauf gemacht“ wurde zum siebten Sieg im achten Mannschafts-kampf:

Tobias Schütz (86 Kilo, griechisch) distanzierte Alexander Georg beim vorzeitigen 16:0 mühelos. Venelin Venkov (66 Kilo, griechisch) hatte dem durchaus hoch eingeschätzten, jedoch zum Ende hin fast lustlosen Artur Tatarinov irgendwann „den Zahn gezogen“ und siegte letztlich klar mit 11:0. Und Chrum Chuchorov (ACL, 66 Kilo) präsentierte fast katzengewandtes Freistilringen, bis er nach vier Minuten die 16 Wertungspunkte zum Überlegenheitssieg gegen Mahsun Ersayin beisammen hatte.

Dass in den beiden gleich verteilten Duellen der 75 Kilo-Kategorie zwischen Rumen Savchev (ACL) und Plamen Petrov (TV, griechisch) sowie zwischen Johannes Lurz (ACL) und Eduard Tatarinov (TV, Freistil) die Punktsiege mit 5:4 und 6:2 jeweils an die Traunsteiner gingen, hatte damit allenfalls noch ergebniskosmetischen Wert.

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