Demonstration der Stärke

Oberligaringer des AC Lichtenfels deklassierten den SC Oberölsbach mit 28:2 / Zweite Mannschaft besiegt sensationell den Titelfavorigen

Demonstration der Stärke nennt man wohl das, was die Oberligaringer des AC Lichtenfels am Samstagabend gegen den SC Oberölsbach präsentierten. Mit 28:2
deklassierten sie den Tabel-lenvierten und bei zehn Siegen in zehn Saisonkämpfen deutet nun so gut wie alles auf den Meistertitel für den ACL hin.

Bei aller berechtigten Freude: Zu einem Ergebnis dieser Dimension gehören im Sport immer zwei: Klar hatte der ACL eine Top-Aufstellung, klar waren die
heimischen Ringer fit und fo-kussiert, klar muss man aber auch sehen, dass bei den Gästen vier, fünf Stammkräfte fehlten. Ihr Coach, der Ex-Bundesligaringer Bernhard Rieger konnte das Lied von der Ohnmacht des Trainers singen: „Mir sind allein am Kampftag durch Grippe drei Leute ausgefallen. Viel hat nicht gefehlt, und ich hätte mit meinen 51 Jahren
selbst nochmal auf die Matte gemusst.“ Ebendort bahnte sich somit punktuelle „ringerische Kurzarbeit“ an: Joszef Andrasi (57 Kilo, griechisch) ohne Gegner, Achim Thumshirn (80 Kilo,
griechisch) mit einem verletzten Kontra-henten und einem widerstandslosen Schultersieg nach vier Sekunden, Mario Petrov (61 Kilo, Freistil) mit dem gleichen Resultat gegen Lukas Leinweber nach gut einer halben Minute sowie Rumen Savchev (75 Kilo, griechisch) mit einem 16:0 über Daniel Sittel brauchten zusammen kaum mehr als zwei Minuten für 16 Mannschaftspunkte.
Über die volle Distanz von sechs Minuten kämpften die ACL-Freistiler Lukas Tomaszek (71 Kilo) und Johannes Lurz (86 Kilo) zwar, hatten aber mit ihrer Aktions- und Reaktionsschnel-ligkeit nicht wirklich Mühe bei ihren 9:0- bzw. 7:2 Punktsiegen. Einzig Christoph Meixner (130 Kilo, Freistil) musste seinem Dauerrivalen Patrik Fanderl dies-mal den Sieg mit 2:5 überlassen, was gewiss an der starken Physis des SC-Sportlers, bestimmt aber auch an einer etwas arg wohlwollenden Viererwertung für diesen gleich zu Beginn lag.

Die auffälligsten Farbtupfer hatten die drei verbleibenden Duelle zu bieten; etwa der Fight zwi-schen Hannes Wagner (98 Kilo, griechisch) und Petr Novak, zwei international anerkannten Top-Ringern. Wie so oft neutralisierten sie sich lange Zeit auf hohem Niveau, bis dem Lichtenfelser die eine, aber entscheidende Wertung glückte: ein spektakulärer Vier-Punkte-Überstürzer bei
einem Wurfversuch seines Kontrahenten. Die Folge: 7:2-Punktsieg für den ACler. 

Und dann waren da noch die beiden Jungs, für die ACL-Trainer Venelin Venkov ein Extralob parat hatte: „Stolz bin ich auf alle, besonders aber auf Domi und Alex. Sie trainieren gut und so verbessern sie sich. So soll es sein.“ Gemeint waren Dominik Sohn (66 Kilo, griechisch), der wiederholt zurücklag, aber mit großer Hingabe die letzte Wertung zu seinem 7:6 über Christian
Gregor holte. Und eben Alexander Ender (75 Kilo, Freistil): Unbekümmert und mit feinen Freistilaktionen führte er bereits 16:4 gegen Robin Himmler, als ihm neun Sekunden vor dem Schlussgong sogar noch der Schulter-sieg gelang. Ein Extraapplaus der Fans für seinen ersten Sieg in der ersten Mannschaft war da garantiert.

 Sensationssieg der zweiten Mannschaft. 

Bereits zum zweiten Mal konnte man den aktuellen Tabellenführer vor heimischer Kulisse schlage. Nach dem Sieg gegen den TV Unterdürrbach konnte man am vergangenen Wochenende auch den Titelfavoriten AC Bavaria Forchheim recht deutlich mit 35:20 in die Schranken weißen. Eine bärenstarke Vorstellung der Jungen Wilden die durch den Sieg Platz 3 in der Tabelle errangen. 

Die Kämpfe im einzelnen…

57 Ender, Philipp (J) Nazari, Hamid (N) SS 4:0
61 Korsunov, Christopher (J) KL 4:0
66 Korsunov, David Itiev, Shamil (JN) 0:4
75 Chuchorov, Krum (N) Held, David 4:0
86 Wagner, Jan Reich, Sebastian SS 4:0
98 Shapovalov, Artem (N) Hoffmann, Andreas SS 4:0
130 Schwarz, Michael Brandmayer, Maximilian SS 0:4
57 Ender, Philipp (J) Nazari, Hamid (N) SS 4:0
61 Salifoski, Menel (JN) KL 4:0
66 Michalski, Burkhard Itiev, Shamil (JN) PS 3:0
75 Korsunov, David Held, David SS 0:4
86 Shapovalov, Artem (N) Reich, Sebastian SS 4:0
98 Wagner, Tobias Mayek, Darius 0:4
130 Schwarz, Michael Brandmayer, Maximilian SS 0:4

Text:  Christian Voll / Bild: Gunther Czepera