BAYERNLIGA-MEISTER

Was für eine schöne Niederlage!

AC Lichtenfels schafft Meisterschaft und Oberligaaufstieg mit einem 12:14 beim SC Unterföhring

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Dank an die über 100 mitgereisten Fans: Die erste Saisonniederlage beim 12:14 in Unterföhring tat bei den ACL-Ringern erkennbar niemandem weh.

 

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Da brachen alle Dämme! Ausgelassen feierten die Ringer des AC Lichtenfels Meisterschaft und Aufstieg in die Oberliga. Vorne von links: Christoph Meixner, Christian Merkel, Johannes Lurz, Rumen Savchev, Venelin Venkov, Mario Petrov. dahinter: Lukasz Banak, Mannschaftsführer Heiko Scherer, Krum Chuchurov, Tobias Schütz, Nikolay Dobrev, Christian Lurz, Dominik Sohn, Trainer Ali Hadidi, Leon Raps, Tobias Wagner,  Mario Mihaylov.

 

„Wir sind alle ausgeflippt! Die Stimmung war gigantisch! Die Mannschaft hat diesen Erfolg mit 100 Prozent Willen gezwungen!“ ACL-Vorsitzender Oliver Dürr wirkte auch noch zwölf Stunden nach dem 12:14 des AC Lichtenfels in Unterföhring hörbar euphorisiert. Verständlich, denn nach dem 15:9 im Vorkampf erreichten die Korbstadt-Ringer mit dieser herrlich schönen Niederlage aufgrund des besseren direkten Vergleichs die ersehnte Bayernliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Bayerische Oberliga!

Naturgemäß hat es in der 95-jährigen Vereinsgeschichte des Athleten-Clubs Lich­ten­fels von 1921 e.V. schon zahllose Siege und Niederlagen gegeben. Es hat auch schon viele höchst emotionale Siege und Niederlagen gegeben. Aber eine Niederlage wie am Samstag, die mehr bejubelt wurde als viele Siege der Vereinsgeschichte, die hat es vermutlich noch nicht oft gegeben!

„Das hat natürlich damit zu tun“, erklärte ein gewaltig erleichterter Trainer Ali Hadidi, „dass nach dem knappen Scheitern im letzten Jahr die Titel-Sehnsucht noch gestiegen ist und dass wir uns seit Anfang der Saison bis zum letzten Kampf wirklich nicht die geringste Schwäche geleistet hatten.“ Ähnlich klang Mannschaftsführer Heiko Scherer: „Ich bin so stolz auf die Kerle! Die haben eine riesen Saison gerungen und sowas von verdient die Meisterschaft geholt!“

Würde man die Floskel vom „harten Stück Arbeit“ bemühen, man würde unzulässig untertreiben in der Beschreibung dieses Samstagabendduells zwischen den beiden mit Abstand besten und letztlich mit 26:2 Zählern punktgleichen Staffeln der Ringer-Bayernliga. Die Gastgeber hatten personell alles in die Waagschale geworfen und mit der spitzzüngigen Aussage, „alles dazu beizutragen, dass die Lichtenfelser eine weitere Saison in der Bayernliga bestreiten können“ die Stimmung noch zusätzlich angeheizt.

Doch zunächst lief es vor allem für die Gäste. Angefeuert von gut 100 lautstarken AC-Fans in blauen (!) Nikolausmützen (=die Farbe der Gastmannschaft beim Ringen) lieferte Mario Petrov (ACL, 57 Kilo, griechisch) wohl den „Kampf seines Lebens“ gegen den heuer unbesiegten SC-Vierergaranten Abdul Basir Ibrahimi.

Zwar unterlag er nach Punkten mit 6:10, überließ seinem Kontrahenten damit aber nur zwei Mannschaftspunkte statt wie im Vorkampf vier. In Sachen Motivation fürs gesamte Team also ein gefühlter Sieg für den ACL!

Nach dem so durchaus erwarteten 5:1 des gewohnt souveränen Christoph Meixner (130 Kilo, Freistil) gegen Alessandro Punzo und dem 4:12 von Dominik Sohn (61 Kilo, Freistil) gegen Vincent Kurth stellte Nikolay Dobrev (ACL, 98 Kilo, griechisch) mit einem feinen 10:0 über den Bayerischen Meister Richard Mahn den Gesamtgleichstand her. Und „Mister 100 Prozent“ Venelin Venkov, der wie Rumen Savchev und Tobias Schütz die gesamte Runde über ohne Niederlage blieb, sorgte sogar für die 9:5-Halbzeitführung des ACL nach einer ringerischen Demonstration aus Wurftechniken und Schultersieg über Siegfried Jonak.

Doch der ACL geriet nochmals in Bedrängnis, als Christian Merkel (86 Kilo, Freistil) kein Rezept gegen Christian Axenbeck fand und klar mit 0:10 unterlag. Und vor allem, als Christian Lurz (66 Kilo, Freistil) nach toller Gegenwehr und nur knappem Rückstand gegen den Spanier Juan Pablo Gonzales Crespo eine Oberschenkelverletzung erlitt, die ihn zur Aufgabe zwang.

Bei Stand von 12:9 hatten die Unterföhringer also das Vorrundenresultat schon fast egalisiert. Umso wichtiger, dass ACL-Routinier Tobias Schütz (86 Kilo, griechisch) im letzten Kampf seiner Karriere kühlen Kopf behielt. In einem beinharten und hektischen Fight brachte er nach 4:0-Führung gegen den wild anstürmenden Florian Görsch einen 4:2-Punktsieg ins Ziel – eine Art Vorentscheidung.

Denn an Rumen Savchev (75 Kilo, griechisch) lag es nun, „den Meisterschaftssack zuzumachen“. Mit all seiner Erfahrung und ohne jedes Risiko errang er ein 5:0 über Julian Stadelbauer. Beim Stand von 12:12 war dem ACL der Titel auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen, und das finale 0:4 von Johannes Lurz (75 Kilo, Freistil) gegen Michel Riesterer ging im Dauerjubel der ACL-Fans unter.

Gruppenoberliga Nord:

RCA Bayreuth – ACL II 30:22

Eine Saison vollen Höhen und Tiefen beschloss die ACL-Reserve mit einer Niederlage in Bayreuth. Die Einzelsiege für die Korbstädter holten Casyen Irmler und Niklas Zillig (je 2) sowie Danuiel Luptowicz und Jan Wagner (je 1). Als Tabellenletzter wird der ACL II nun wohl in die Gruppenliga absteigen müssen.

-cv-