Aus 1:7 mach 15:9

ACL-Ringer gewinnen rassiges Bayernliga-Spitzenduell gegen SC Unterföhring

bild_nachbericht_hartan

Nichts als Entschlossenheit: Nicht nur der reaktivierte Steffen Hartan (rotes Trikot) gab alles im Bayernliga-Spitzenduell gegen den SC Unterföhring, auch alle übrigen ACL-Ringer kämpften vorbildlich, bis der 15:9-Erfolg feststand.

 

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die These: „Der Sport ist dann am faszinierendsten, wenn’s richtig um was geht.“ – Dieser Ringer-Samstagabend in der AC-Halle hätte ihn erbracht: Große Mannschaften, große Stimmung, großer Sport – und am Ende der für viele „richtige“ Gewinner. Denn der Bayernliga-Erste AC Lichtenfels bezwang den bis dato ebenfalls noch verlustpunktfreien SC Unterföhring mit 15:9. Klar: Es überwog die Freude bei den Einheimischen: „Wir haben gewonnen, also sind wir zufrieden“, verkürzte Mannschaftsführer Heiko Scherer die Dinge bewusst etwas. Trainer Ali Hadidi klang differenzierter: „So zwei drei Punkte Unterschied mehr hätten wir schon gerne gehabt. Entschieden ist dadurch noch nichts.“ Denn: Im letzten Saisonkampf können die Unterföhringer den Spieß in Sachen Meisterschaft und Aufstieg noch umdrehen – und zwar durch einen Erfolg mit mehr als sechs Zählern Differenz. Schwer, aber nicht unmöglich. Immer vorausgesetzt, keiner der bislang so dominanten Titelanwärter erlaubt sich bis dahin einen Ausrutscher.  Zwei, drei Punkte mehr. Die wollten manche Augenzeugen mit und ohne Vereinsbrille gerne dem Kampfrichter zugeschrieben wissen: „Das war ganz gewiss kein Heimschiri“, so die noch wohlwollende Einstufung des Unparteiischen Michael Koch (AV Zella-Mehlis), der zwar kein leichtes Amt hatte, aber besonders in der Bestrafung des Passivringens schon mehrfach den Faden verlor.

Ein spektakuläres “Ass aus dem Ärmel” zogen die Gastgeber mit der Reaktivierung von Steffen Hartan (130 Kilo griechisch). Der bezwang nach der Auftaktniederlage von Mario Petrov (57 Kilo, Freistil, 0:16 gegen Abdul Basir Ibrahimi) seinen Kontrahenten Richard Mahn wie erhofft mit 3:2 Punkten – ohne allzu viel Mattentraining nach fünfjähriger Pause, aber mit bemerkenswerter Entschlossenheit und Konditionsstärke. Dominik Sohn (ACL, 61 Kilo, griechisch) dagegen konnte seine anfängliche 4:0-Führung gegen Vincent Kurth nicht halten und unterlag am Ende noch deutlich mit 4:14. So war bei einem 1:7-Gesamtrückstand Christoph Meixner (98 Kilo, Freistil) mehr gefragt denn je. Er hielt dem Druck stand und revanchierte sich bei Christian Axenbeck mit kluger Strategie und einem 11:2-Punktsieg für eine Niederlage im Vorjahr. Nicht verdient hatte dagegen Christian Lurz (ACL, 66 Kilo, Freistil) seine 2:2-Niederlage (aufgrund der höheren Wertung) nach einer längeren Verletzungsunterbrechung gegen den tüchtigen, aber halt doch sehr passiven Youngster Florin Teschner. Wie sehr die ACL-Ringer diesen Kollektiverfolg wollten, wurde dann erst recht nach der Pause deutlich: Die griechisch-Experten Tobias Schütz (86 Kilo) und Venelin Venkov (66 Kilo) holten mit Vollgasringen 11:0- bzw. 16:0-Punktsiege über Julian Stadelbauer bzw. Siegfried Jonak. Freistiler Christian Merkel (86 Kilo) steuerte weitere zwei Mannschaftspunkte bei durch ein mit letzter Hingabe erkämpftes 12:6 über Alessandro Punzo.  Einzig Krum Chuchurov (75 Kilo, Freistil) brachte seine Aktionen nicht so ins Ziel wie erhofft, sodass er dem gewieften Ex-ACler Timur Seidel mit 5:7 unterlag. Weil aber zum Finale auch Rumen Savchev (ACL, 75 Kilo, griechisch) noch einmal alle Reserven mobilisierte und Amlet Mamatzanian 5:0 ausbremste, durften die Korbstädter und ihre frenetischen Anhänger einen richtig schönen 15:9-Gesamterfolg bejubeln.

Gruppenoberliga Nord:

ACL II – RCA Bayreuth 36:12

Vor allem in der Höhe unerwartet bezwang die ACL-Reserve den bisherigen Tabellenzweiten aus Bayreuth. Sieben oder gar Mannschaftspunkte steuerten mit je zwei Siegen Casyen Irmler, Mario Mihaylov und Niklas Zillig bei. Je einmal erfolgreich waren Michael Schwarz, Marius Geuß Daniel Luptowicz und Lukasz Banak.