Aufholjagd mit drei Vierern am Schluss

ACL verwandelte 9:16-Rückstand noch in 21:16-Sieg beim TV Unterdürrbach

Die wirklich große Bedeutung hat er ja nicht mehr, der letzte Saisonkampf des AC Lichtenfels beim Tabellenletzten TV Unterdürrbach. Aber so viel Ehrgeiz hatten die Korbstädter dann doch mitgebracht, dass sie zumindest gewinnen wollten, was mit einem 21:16 letztlich auch gelang.

Trainer Ali Hadidi nutzte den Abschluss, um auch einmal jüngere Ringer aus der 2. Mannschaft Bayernliga-Luft schnuppern zu lassen. Deshalb pausierten zum Beispiel die sonstigen Punktegaranten Krum Chuchurov und Venelin Venkov. Als dann aber auch noch Daniel Luptowicz krankheitsbedingt passen musste, wurde es personell schon eng. Die Antwort des erfahrenen ACL-Coaches war eine Rochade in den beiden schweren Gewichtsklassen, die sich schließlich als siegbringend erwies.

Acht der zehn Kämpfe endeten vorzeitig und jedes Team konnte dabei vier Mannschaftsvierer auf seine Seite bringen. Dabei hatte zunächst der TVU die besseren Karten, denn sowohl Mario Petrov (57kg, griechisch) als auch Arthur Schwarz (130kg, Freistil) erwiesen sich als klar unterlegen und wurden von Nico Klüglein bzw. Ghenadie Schirca noch vor der Pause entscheidend bezwungen.

Kampflos kassierte Jan Ahlsdorf (ACL, 61kg, Freistil) seine Punkte, während Christoph Meixner, der erst unmittelbar vor dem Abwiegen vom Freistil-Schwergewicht ins halbschwere Griechisch-Limit gewechselt hatte, eine Runde lang mit Julian Hemmrich und dessen passiver Ringweise zu kämpfen hatte. Dann aber setzte sich die konditionelle Überlegenheit und Abgeklärtheit des AClers mehr und mehr durch. Etliche Rumreißer, Hüftangriffe und Aktionen am Mattenrand brachten ihm so noch einen 13:1-Punktsieg.

Ebenfalls viel Grund zur Freude hatte die ACL-Ecke mit dem Comeback von Christian Lurz (66kg, griechisch). Als wäre er nie weg gewesen, zermürbte er mit seinem typischen „Dauer-Vorwärtsgang“ seinen Kontrahenten Robert Recknagel. Einen Kopfzug musste er dabei zwar einstecken, doch an seinem 12:6-Punktsieg gab es dennoch nicht die geringsten Zweifel.

Grandios war auch die Anfangsphase bei Christian Merkel (86kg, Freistil), der gegen den starken Ion Gutu mit 3:0 in Führung ging und bis Mitte der zweiten Runde auch der bestimmende Ringer blieb. Doch eine einzige Unachtsamkeit wurde ihm zum Verhängnis und mit einem tollen Konter in der Bodenlage wendete der Mann in Rot das Blatt blitzartig und schulterte den Lichtenfelser.

In der 66kg-Freistil-Klasse durfte der junge Marius Geuß (ACL) nach seinen großartigen Leistungen in der 2. Mannschaft diesmal in der Bayernliga auf die Matte. Gegen den etwas älteren Markus Bedel fand er jedoch kein Rezept und verlor in der zweiten Runde technisch unterlegen.

So hieß es auf einmal 16:9 für die Hausherren und es wurde höchste Eisenbahn für eine ACL-Aufholjagd. Die griechisch-Experten Tobias Schütz (86kg) und Rumen Savchev (75kg) fackelten daher auch nicht lange und beendeten ihre ungleichen Kämpfe gegen Manuel Schlereth und Marc Feser fast zeitgleich nach etwa 90 Sekunden durch Schultersieg bzw. technische Überlegenheit.

So blieb es Johannes Lurz vorbehalten, den Schlussakkord zu setzen. In allen 14 Saisonkämpfen besetzte er die 75kg-Freistilklasse für den ACL, selten aber konnte er sein technisches Repertoire so variantenreich und umfassend demonstrieren wie diesmal gegen Daniel Hoepstein. Folgerichtig war es auch ein sauberer Doppelbeinangriff, mit dem er nach gut fünf Minuten die letzten vier seiner 15 Wertungspunkte zum technischen Überlegenheitssieg erzielte.

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