14:12 Heimsieg im Oberfrankenderby gegen Bindlach

Rassiges Ringerduell sieht ACL als 14:12-Sieger über Bindlach

Was ein echter Ringerfan ist, der wünscht sich genau solche Oberligaduelle
wie am Samstag zwischen dem AC Lichtenfels und dem ASC Bindlach:
Nervenkitzel, Aufs und Abs, tech-nisch und taktisch prima Kampfsport – und
am Ende den „richtigen“ Gewinner. Mit 14:12 bezwangen die Korbstädter den
Vorjahresmeister etwas glücklich und finden sich mit 6:2 Punkten unversehens
an der Tabellenspitze wieder.
Aufstellungstechnisch hatten beide Kontrahenten alle Register gezogen: Die
Gäste boten heuer erstmals ihren Topmann Pedro Jesus Mejas Rodriguez auf.
Beim ACL ließ man Mario Petrov auf 57 Kilo abtrainieren und besetzte den
durch die Verletzung von Rumen Savchev frei gewordenen zweiten
Ausländerplatz überraschend mit Nikolay Dobrev, der eigentlich gar nicht im
Kader gemeldet war und erst unter der Woche mit einer Lizenz ausgestattet
wurde.
Gut ging es los für den ACL, denn Petrov schaffte auch im weniger
bevorzugten freien Stil (57 Kilo) nach knapp fünf Minuten und konzentrierter
Leistung eine 18:2-Überlegenheit gegen Nikolas Geldner. Nikolay Dobrev
(ACL, 130 Kilo, griechisch-römisch) ließ trotz 20 Kilo weniger Gewicht im
Vergleich zu dem hünenhaften Andre Schmidt einen 5:0-Punktsieg nach feinem
Hüftangriff folgen.

Die Niederlage von Casyen Irmler (ACL, 61 Kilo, griechisch-römisch) gegen
Rodriguez war zu erwarten, die von Christoph Meixner (98 Kilo, Freistil)
gegen Vlad-Bogdan Boeriu nicht. Denn mit 6:0 führte der ACL-Punktegarant
bereits, als er taktisch wohl ein, zwei falsche Entscheidungen traf, etwas
viel riskierte und von dem stets lauernden Bindlacher dreimal eiskalt mit
einem Zweier ausgekontert wurde. Beim 6:6-Endstand sprach somit die letzte
Wertung für den Gast.
Die 9:6-Pausenführung für die Gäste sicherte im Anschluss Bastian Hofmann
(66 Kilo, Frei-stil), der den beherzt mitkämpfenden Dominik Sohn letztlich
doch klar mit 18:2 dominierte.

Nun galt es Boden gutzumachen für die Einheimischen, und die Gesamtführung
wechselte tatsächlich wieder, weil Hannes Wagner (86 Kilo,
griechisch-römisch), Venelin Venkov (71 Kilo, griechisch-römisch) und
Andrzej Sokalski (80 Kilo, Freistil) sich als gewohnt verlässlich und voll
fokussiert erwiesen und mit 8:0, 3:0 bzw. 3:0 jeweils sichere Punktsieger
über Patrick und Kevin Adler sowie Sascha Büchner blieben.

Gegen den seit langer Zeit unbesiegten Marcel Fornoff (75 Kilo, Freistil)
war Johannes Lurz (ACL) zwar in einzelnen Situationen nah an einer Wertung,
im Grunde aber doch ohne reelle Chance und konnte beim 0:14 die technische
Unterlegenheit schließlich nur mit knapper Not noch abwenden.

13:12 hieß es damit vor dem letzten Duell zwischen Achim Thumshirn (ACL, 75
Kilo, Freistil) und Philipp Adler, sodass alle drei Teamresultate Sieg,
Unentschieden oder Niederlage noch möglich waren. Unter den frenetischen
Anfeuerungsrufen der zahlreichen ACL-Fans mobilisierte der Neu-Lichtenfelser
alle Kräfte und gewann in einem ausgeglichenen Duell ohne technische Wertung
nicht unverdient mit 1:0 aufgrund der minimal höheren Eigenaktivität. „Nach
der knappen Führung wusste ich, der Gegner muss kommen. Für mich galt es,
aktiv auszuschauen und ihn dabei trotzdem zu blocken“, so Thumshirn über
seine Siegertaktik.

Gruppenliga Nord:
ACL II – RCB Amberg 16:40

Mit zwei unbesetzten Gewichtsklassen konnte die ACL-Reserve natürlich kaum
auf einen Gesamterfolg gegen ein voll aufgestelltes Gästeteam hoffen. Die
Lichtenfelser Einzelsiege gingen auf das Konto von Marius Geuß, Michael
Schwarz und Arthur Schwarz (2).

-cv-